Dartmouth / Kingswear

Plymouth-Dartmouth: 32 SM

Schweren Herzens musste ich Irmi heute Morgen wieder zum Bahnhof bringen. Sie nimmt den Zug nach London Paddington, steigt um in die U-Bahn nach Kings Cross/St. Pancras und nimmt dort den Eurostar nach Brüssel, wo sie dann in einen weiteren Zug nach Köln umsteigt. Die Strafe für zu spätes Buchen ist, dass man für die gesamte Reise über 400 € bezahlt. Dafür reist sie im Eurostar aber erste Klasse, weil zweite Klasse nicht mehr zu haben war.



Überblick über Dartmouth (links) und Kingswear (rechts)

Kaum vom Bahnhof zurück, hab ich mich auch sofort auf den Weg gemacht nach Dartmouth.

Zum Glück muss ich weder schleusen noch auf die Brücke warten. Es ist einfach alles auf Durchgang. Noch in der Plymouth Bucht werde ich von der Polizei gebeten, Platz zu machen in der Mitte des großen Beckens, weil dort ein großer Frachter von zwei PS-starken Piloten gedreht wird. Also fahr ich mehr am Rand und alles ist gut.

Wind ist heute echt super: fünf, in Böen manchmal sechs aus Südwest heißt für mich Halbwindkurs. Schnell merke ich, dass ich ein Reff brauche, denn die Kränkung wird zu stark. Dafür bin ich dann aber schnell; ständig zwischen sechs und sieben Knoten. Am Bolt head muss ich jedoch immer immer mehr abfallen, denn hier geht es ja dann langsam hoch Richtung Dartmouth. D.h. langsamer werden und mehr schaukeln, nun ist das Segeln kein Vergnügen mehr. Kurz hinter dem Start point kommt mir der Gedanke, dass ich hier auch abkürzen könnte. Normalerweise würde man wohl östlich des Flachgebiets fahren, aber ich denke mir westlich davon hinter der Landzunge ist das Wasser ruhiger und ich könnte eher dran denken, platt vorm Wind zu Segeln. Doch es kommt noch besser: hinter der Landzunge fällt der Wind etwas westlicher ein und ich kann wieder mit Halbwind hoch nach Dartmouth brettern. Nur diesmal komplett ohne Welle, einfach herrlich! Doch vorher kommt noch dichter Nebel auf für rund eine halbe Stunde. Da brauche ich wirklich mein AIS und muss auch ständig einen Blick drauf werfen, denn es ist einigermaßen viel los. So alle paar Minuten sehe ich ein Segelboot in der Nähe. Hinter der Landzunge legt sich der Nebel langsam wieder, und es kommt die Sonne durch. Pünktlich in Dartmouth ist dann herrlicher Sonnenschein.

Dartmouth ist ein echter Klassiker in der englischen Südküste und gehört zur Grafschaft Devon. 

Doch eigentlich liege ich ja in Kingswear. 


    Kingswear Castle


Das ist nämlich die andere Seite des Ufers, denn da ist die große Marina. Ich wollte erst in Dartmouth an dem Visitor Pontoon anlegen, aber dort ist man den vielen Touristen dermaßen ausgeliefert, dass ich wieder nach Kingswear verholt habe. Macht auch nichts, hier fährt alle paar Minuten eine Fähre rüber. Diese Fähre ist übrigens sehr speziell, so etwas habe ich noch nie gesehen. Eine Plattform, an der ein Motorboot, so eine Art altes Pilot Boot einfach anlegt und dann längsseits zieht. Aber das beste ist, dass es während der Fahrt über den Fluss dreht, während es im Päckchen liegt um bei der Rückfahrt wieder richtig rum zu stehen. Naja, wenn man das jeden Tag zig mal macht, dann kann man’s wohl irgendwann.


Die oben beschriebene Autofähre zwischen Dartmouth und Kingswear



Lollo's Liegeplatz in der Darthaven Marina:





Steam Train, mit dem man an der Küste von Torbay, den River Dart und Teile von Devon befahren kann











 

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