Milford Haven

 Greystones-Milford Haven: 105 SM


Unser Ziel heute: das Irische Fischerörtchen Arklow, ca. 25 Seemeilen südlich von Greystones. Doch es kam anders, schliesslich sind Pläne das erste, was über Bord geht.

Da die Sonne so schön scheint, es so warm ist wie vorher selten auf diesem Trip und der Wind eine ruhige Nacht verspricht, entscheiden wir uns kurzfristig nach Milford Haven durchzusegeln. Am Donnerstag, unser eigentlich dafür anvisierte Tag, soll es viel regnen. Also schnell noch das Internet an der Küste nutzen um die Online Einklarierungsprozedur unter https://www.spcr.homeoffice.gov.uk zu durchlaufen und schon ändern wir den Kurs auf Wales.

Die Strömung mitlaufend machen wir gute Fahrt. Ab Wicklow ist die Tide sogar so kräftig, dass wir über 9 Knoten schnell sind und das auch für eine Weile bleiben. An der Irischen Küste sind die Tidenströmungen wirklich besonders stark. Man muss sie sich nur zu Nutze machen. Auf unserer Tour nach Wales haben wir ca. 8 Stunden mitlaufenden Strom, dann folgen nur 5 Stunden Gegenströmung, die aber zum Teil quer läuft, uns aber stark bremst. Danach profitieren wir wieder 6 Stunden lang vom Schiebestrom, zwar nur eine vektorielle Komponente, aber sie hilft kräftig. So brauchen wir für die 105 Meilen nur knapp 19 Stunden, und das bei schwachen Winden.

Rechtzeitig für die Einfahrt nach Milford Haven wird es hell. Das bedeutet aber auch, dass wir die ganzen Anlegestellen der riesigen Ölraffinerien sehen. Kein schöner Anblick. Vor der Einfahrt zur Marina Milford muss man Harbour Control anfunken, die einem sagen wann man durch die Schleuse einfahren kann. Wir müssen zum Glück nicht lange warten, kommen wir doch gerade zur Zeit des free flow, also wo das Wasser so hoch steht, dass nicht geschleust werden muss, weil es auf Level der Marina ist. Das ist ungefähr HW +/- 2 Stunden der Fall. Wir kriegen einen Liegeplatz zugewiesen und legen uns nach der durchgesegelten Nacht erstmal für ein paar Stündchen hin.

Nach einem verregneten Tag wollen wir am nächsten Tag was unternehmen und kontaktieren meinen Kumpel Barry aus vergangenen englischen Zeiten. Wir haben mal 1997 in Forest Gate im Londoner Osten zusammen gewohnt. Ich wusste ja, dass er aus Wales kommt, bin allerdings davon ausgegangen, dass er wahrscheinlich zu Hause nördlich von London ist. Keine 5 Minuten später kommt schon die Antwort: "Du bist weniger als 10 Meilen entfernt, wir müssen uns treffen!" Und weitere 5 Minuten später hatten wir schon ausgemacht, dass Barry uns abholt und wir bei Ihm und seiner Frau Jay was trinken und wir dann bei ihnen schlafen. 
Am nächsten Tag haben sie uns dann die Gegend in der Walisischen Grafschaft Pembrokeshire gezeigt, z.B. mit den schönen Örtchen Manorbier und Tenby. 
Am Ende sind wir echt froh über unseren Besuch bei meinen Walisischen Freunden und beschliessen wir uns öfter mal zu besuchen, das nächste Mal natürlich in Köln.

Am Strand von Tenby


Auch eine gute Idee: Eine mobile Anlegestation


Tenby 


Der Walisische Drachen



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