Inverness

Whitehall-Inverness: 120 SM


Um pünktlich in Inverness zu sein um Irmi vom Flughafen abzuholen, segel ich von Stronsay in einem durch. Früh morgens will ich los und habe erstmal Bammel bei kräftigen Wind den Anker hoch zu ziehen, denn die Lollo liegt nicht weit vom Ufer entfernt und wenn wir zu weit ins Flach treiben, stecken wir fest. Ohne elektrische Ankerwinde kann das etwas schwierig werden, da ich ja nicht gleichzeitig auch am Gashebel stehen kann, während ich die Ankerkette hochziehe. Vorsichtig ziehe ich erstmal Meter für Meter hoch und beobachte ob wir schon abtreiben. In dem Fall müsste ich die Kette schnell an der Klampe befestigen und nach hinten in die Plicht rennen. Zum Glück kann ich aber nahezu das gesamte Ankergeschirr hoch hieven, bevor wir nennenswert vertreiben, da bin ich sehr erleichtert.
Kaum los setzte ich die Segel, zunächst im 1. Reff, später ausgerefft. Es geht mit 5-6 Knoten an Stronsay vorbei nach Süden. Herrlich, ablandiger Wind und wenig Welle, so gehts am attraktiven Vat of Kirbister, eine berühmte Steilküste von Stronsay, vorbei. So geht es eine ganze Weile bis der Wind langsam aber sicher immer weniger wird und segeln kaum noch möglich ist. 
Die Nächte werden jetzt natürlich wieder länger, wo ich mich doch immer weiter nach Süden bewege. Trotzdem scheint es in meiner Nachtfahrt nach Inverness nicht richtig dunkel zu werden bzw. geht recht früh die Sonne wieder auf, nur mit einer sehr langen Dämmerung.

Kurz vor Inverness wird der Tidenstrom langsam kräftiger. Die Durchfahrt zwischen dem Fort George und dem Chanonry point sollte man so timen, dass man den Strom mitlaufend hat und möglichst nicht den Wind dagegen. Das passt zu meiner Ankunft überhaupt nicht, so viel kann ich schon weit vorher erkennen. Daher suche ich nach Alternativen wo ich etwas Zeit tot schlagen kann. Vor dem schönen Örtchen Cromarty gibt es einige Mooring-Bojen, an die ich kurzzeitig ran könnte. Nur muss ich den Cromarty firth dafür auch erstmal 1-2 Meilen gegen die Tide ankämpfen. Aber das scheint mir besser als zu früh im Inverness firth zu sein. Ausserdem kann ich dort dann ein paar Stunden den Schlaf der Nacht nachholen.
3 Anläufe benötige ich um in dem starken Strom die Mooring endlich mit dem Bootshaken zu fassen zu kriegen. Sehr erleichtert lege ich mich erstmal hin und stelle mir den Wecker, so dass ich den Slack (Kipppunkt der Tide) am Fort George nicht verpasse.

Die Küste südlich von Wick ist übrigens sehr attraktiv, fast schade da einfach so vorbei zu segeln. Weiter südlich ab dem Tarbat Ness ist es eine völlig andere Landschaft als was ich weiter nördlich gesehen habe. Hier sind die Berge auf einmal stark bewaldet und überhaupt alles sehr sehr grün, es wuchert geradezu vor lauter grün.

In Inverness steuer ich zunächst mal die große Marina an der Brücke an, bevor ich mit Irmi dann später in die Kanal-Marina gehe. 



Cromarty, wo ich zwecks warten auf die richtige Tide für 2 Stunden an eine Mooring Boje gegangen bin

In der city von Inverness

 

Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

Enkhuizen

Scheveningen

Dunkerque