Torshavn, Färöer

Skalavik-Torshavn: 11 SM

Kurz vor der Marina Torshavn

Marina Torshavn

Diesmal nehme ich mir vor weiter zu segeln, wenn es keinen Nebel gibt, d.h. entweder heute am frühen Abend oder morgen früh. Letzteres wäre strömungstechnisch günstiger, aber die Tour heute Abend würde auch noch gehen, nur eben mit etwas Quer- und später Gegenströmung. 

Da es um 16:30 nicht neblig ist, nutze ich die Gelegenheit und lege ab, denn wer weiss wie es morgen früh ist. 

Der Wind ist aber sehr schwach und ich muss zusätzlich den Motor anwerfen. Die Querströmung ist nicht so wild, ich werde trotzdem stark abgetrieben. Aber zwischen den Inseln Streymoy und Nolsoy kommt mir Strom von 2 Knoten entgegen. Schnell schaue ich mir das im Detail auf der Strömungskarte an und sehe, dass es auf der Streymoy-Seite zwischen der südlichen Inselspitze und einer Nase kurz vor Thorshavn eine Neerströmung gibt, die der Tidenströmung entgegen steht. Dort fahre ich so schnell wie möglich hin und lege die Lollo in diesen Zug nach Torshaven, einfach genial dem Strom entgegen zu flitzen, man muss nur wissen wo und wie. 

In Torshaven ist dann eine ganz andere Welt als auf den vorherigen Färöer-Inseln. Hier ist richtig Stadtflair und es gibt eine moderne Marina. Sogar mit App zum bezahlen und freischalten des Landstroms. Hafenmeister war gestern. Das beste: es gibt einen richtigen Schwimmsteg, ich muss keine häßlichen Reifenflecken mehr entfernen.

Am Donnerstag kommt Irmi für 5 Tage und wir werden das Schiff mal Schiff sein lassen und stattdessen wandern, Fahrrad fahren usw. 


Ein kleine Problem gibt es allerdings auf den Färöer-Inseln zur Zeit: Es ist Generalstreik, während dessen die Häfen blockiert sind und folglich keine Waren mehr ins Land kommen. Das bedeutet, dass es mittlerweile keinen Sprit und keine frischen Lebensmittel wie Obst und Gemüse mehr gibt. Auch keine Eier, da diese auch importiert werden. Nur Milch ist ausgenommen. Kein Sprit hat aber auch zur Folge, dass die Schulen und Kindergärten geschlossen sind. Ich habe zum Glück meinen Tank voll und auch noch einige Lebensmittelvorräte, aber ewig kann ich das natürlich auch nicht durchhalten. Ich hoffe also, dass es bald ein geeignetes Wetterfenster für die Weiterfahrt nach Island gibt, sobald Irmi wieder nach Hause geflogen ist.

Leider sieht man die überquellenden Mülleimer immer häufiger, seit sie wegen dem Streik nicht mehr geleert werden.


Leere Obst- und Gemüsetheke in den Supermärkten


Viele Dächer in Torshavn haben so eine Wiese auf dem Dach. Das isoliert gut und sieht schön aus.

Torshavn ist die Hauptstadt und mit 14.000 Einwohnern die größte der Färöer-Inseln


Altstadt

Blick vom Leuchtturmhügel auf die Stadt


Das Fussballstadion in Torshavn, in dem schon so manches große Land geärgert wurde.



Natürlich haben wir uns auf den Färöer-Inseln wieder ein Auto gemietet um möglichst viel von der beeindruckenden Landschaft zu sehen. Dazu muss die Autovermietung allerdings ein wenig tricksen:
Da es ja wegen dem Streik keinen Kraftstoff mehr gibt, bezahlen sie den Kunden die Fähre zur südlichsten Insel Suduroy, wo es eine private Tankstelle gibt, die nicht vom Streik betroffen ist und noch Treibstoff verkauft. Also nichts wie hin, die Fähre verspricht ja auch eine tolle Fahrt.



Wahnsinnig tolle Aussicht von Asmundarstakkur auf Suduroy:






Eissturmvogel vor dieser beeidruckenden Küste





Die kleine Ortschaft Sumba, ganz im Süden von Suduroy



Aussicht auf einige kleine Färöer-Inseln von Suduroy aus, im Hintergrund auch die nächste größere Insel, Sandoy.



Die nächsten Bilder entstanden bei der tollen Wanderung vom kleinen Örtchen Gjogv auf der Insel Eysturoy:



Selbst die Schafe weiden hier an steilen Hängen



Und das ist Gjogv



Typischer Fjord auf den Färöern


Risin und Kellingin, zwei Steinsäulen nördlich von Eidi, das bekannteste Naturdenkmal der Färöer


Der einzige Kreisverkehr der Welt, der sich in einem Tunnel unter dem Meer befindet.


Auf den Färöern werden die Schafe nicht geschoren, weil es sich wirtschaftlich einfach nicht lohnt, die Wolle kann angeblich auf dem Weltmarkt nicht mithalten:





Färöerisch kann bisweilen schon eine lustige Sprache sein:






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