Whitby

Lowestoft-Whitby: 160 SM

Nach einer eingewehten Woche in Lowestoft wird es nun Zeit nach Norden zu kommen. Der nächste Hafen wäre Wells-next the sea. Aber dort kann ich nur um HW einlaufen und das kann ich von Lowestoft kaum schaffen. Danach kommt Grimsby, das überhaupt nicht schön sein soll und auch einige navigatorische Nachteile hat: viel Schiffsverkehr, Schleuse, die nur 2 Stunden um HW bedient wird, starke Strömungen etc. Ich entscheide mich also direkt nach Scarborough oder Whitby zu segeln, da das Wetter ok dafür ist, auch wenn es um die 160 Meilen sind. 

Auf der Strecke gibt es eine ganze Menge Sandbänke, die natürlich alle in der Seekarte gut bezeichnet sind. Eine riesige Sandbank wird sogar zu meinem Vorteil, denn zwischen ihr und einem großen Windpark fährt die Großschifffahrt nicht quer, sondern kann mich nur überholen oder mir entgegen kommen, das erleichtert die Sache enorm. Nördlich davon bin ich an Grimsby vorbei und der Verkehr nimmt deutlich ab. Ab hier wird es auch bald hell, die Dämmerung setzt schon um 3:30 langsam ein, und ich kann entspannt weiter segeln.

Es kommen noch einige Gasfelder und dann bin ich auch schon vor Flamborough Head, der auffälligen Halbinsel vor Scarborough. Dort würde ich gerne einlaufen, war ich doch vor genau 40 Jahren schon mal dort für 3 Wochen in einer Sprachschule. Habe dort bei einer Familie gewohnt, die hießen Underwood. Ich würde sie wahrscheinlich wieder finden, falls sie noch dort wohnen. Doch als in vor Scarborough stehe ist leider genau Niedrigwasser und dann kommt man in die zu flache Einfahrt nicht rein. Also weiter nach Whitby. Das sind ca. 3 Stunden, d.h. dort komme ich bei halber Tide an. Eigentlich reicht das, der Hafenmeister will trotzdem zur Sicherheit, dass ich eine Stunde draussen warte. Also lege ich mich in ein Strömungstotgebiet und bereite in der Stunde schon mal das Boot für den Hafen vor. Dort ist dann buchstäblich der Teufel los: Es ist das sogenannte Whitby Gothik Weekend, das zweimal im Jahr stattfindet. Alles voll mit gruseligen Gestalten, von denen viele in den Pubs und Bars am feiern sind. Natürlich sind jetzt alle Augen auf mich und mein Schiff gerichtet, solange ich noch auf die Brücke zur Marina warten muss. Da ist dann etwas ruhiger und ich muss mich nach der durchgesegelten Nacht erstmal etwas hinlegen.
Am nächsten Tag klingt das Fest so langsam aus und ich laufe und radel durch die Gegend. Whitby ist echt toll. Der Ort ist ein echter englischer Küstenklassiker. Von hier aus ist James Cook zu seinen Erkundungsfahrten gestartet, auch seine Schiffe wurden hier gebaut. Eine riesige Bronzestatue auf einer Anhöhe in der Nähe der Hafeneinfahrt erinnert daran. Letztere ist sehr speziell. Schon bei relative normalen Wind aus nördlichen Richtungen steht dort ein Schwell, der ein- und auslaufen fast unmöglich macht, jedenfalls für Nichtortskundige.



Hier mein Track von Lowestoft nach Whitby auf der Imraykarte.


Einfahrt in den Hafen von Whitby

Erstmal orientieren




Wenn man durch die Brücke durch ist, kommt man in die Marina


Whitby ist durch die zahlreichen Sehenswürdigkeiten, die Altstadt und die Lage auf Hügeln sehr fotogen. Hier ein paar Eindrücke:




Die drei Bilder oben sind noch von dem Whitby Gothic Weekend


Das berühmte Whitby Abbey, ein ehemaliges Kloster:





Die sehr spezielle Hafeneinfahrt von Whitby:









Und nochmal Whitby:









Mit dem Fahrrad hab ich einen Ausflug zur Robin Hood's Bay gemacht, ebenfalls ein toller Ort:

Am Strand such die Leute bei Ebbe Relikte und Fossilien von Dinosauriern.





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