Lowestoft

Ijmuiden-Lowestoft 105 SM


Am Mittwoch den 17. April geht es nun endlich los. Zunächst einmal muss ich von Enkhuizen ja nach Ijmuiden über Amsterdam. Die Route habe ich gewählt, weil zur Zeit kein Wetterfenster für 2 Tage und Nächte zu erwarten ist. Daher kommt nur Lowestoft als Ziel in Frage. Und wenn doch plötzlich, kann ich auch von Ijmuiden noch nach Scarborough. Das wäre nur ca. 10 Meilen weiter als von Den Helder. Und ich spare mir das Molengat und das Verkehrstrennungsgebiet dahinter.

Die Tour fängt erst gut an. Doch noch im Markermeer fängt es stark zu regnen und sogar zu gewittern an. Zwischendurch immer wieder Sonne. Das geht bis kurz vor Ijmuiden so weiter. Segelwind ist immer mal gut und dann wieder weg. Kurz vor der Schellingwouderbrug vor Amsterdam muss ich sowieso motoren. Dann kommt noch die Oranjesluis und ich bin in Amsterdam. 3 Stunden gähnende Motorfahrt weiter sehe ich von weitem das grüne Licht vor der Seeschleuse Ijmuiden und fahre schnell hinein, bevor der Schleusenwärter noch zu macht. 

Danach bin ich am rätseln: soll ich in die Marina oder nach England?

Es ist rauh im riesigen Vorhafen und der Wind kommt aus Nordwest, so dass ich hart am Wind segeln oder gar kreuzen müsste. Also was tun? Ich bin echt versucht in die Marina zu fahren, aber ein gewisser Wille jetzt endlich die Reise zu starten ist auch sehr stark. Also Augen zu und durch. Meine Erfahrung sagt, dass es mit dem Seegang unterwegs erträglicher wird als in Küstennähe, wo mir am Ausgang Ijmuiden erstmal eine riesige Dünung entgegen schlägt. Es ist mittlerweile 19 Uhr und es wird bald dunkel. In der Ferne kann ich schon die Lichter von dem riesigen Offshore-Windpark erkennen, wegen dem ich eine Wende fahren muss um nicht hinein zu segeln. Der Windpark begleitet mich noch bis tief in die Dunkelheit, jedenfalls sehe ich die Lichter noch sehr sehr lange. Immer wieder kommt ein Regenguss, der mehr Wind mit sich bringt. Da muss ich mehrere Male nachts raus um zu reffen oder auszureffen. Eigentlich zu kalt zu dieser Jahreszeit um auf dem Vordeck herum zu hantieren, aber durch meine neue Achterwant weiss ich ja, dass ich schnell wieder ins Warme kann, daher ist es ok.

Im Prinzip geht das die ganze Nacht so. Am nächsten Morgen wird das Wetter aber freundlicher. Mit Sonnenaufgang scheint selbige auch etwas und ich kriege brauchbaren Wind, der weniger westlich einfällt, so dass ich auf einem Bug weiter segeln kann. 

Ganz zum Schluss läßt der Wind stark nach und ich habe eine bequeme Einfahrt durch die Sände in den Hafen von Lowestoft. In England muss man ja immer Port Control anfunken, bevor man in den Hafen kann, also schnell die Handfunke raus und reinquatschen:

Lowestoft Port Control, Lowestoft Port Control, this is Sailing Vessel Lollo asking for permission to enter the harbour, Over."

Zügig kommt dann in der Regel eine Antwort, die die Einfahrterlaubnis erteilt. Manchmal kommen aber auch dicke Pötte aus dem Hafen, so dass man aufgefordert wird kurz zu warten.

Lollo unterwegs nach Lowestoft


Bessere Wohnlage in Lowestoft

Etwas heruntergekommene Promenade in Lowestoft








In England gibt es immer noch keine Mischarmaturen für Waschbecken!



Lowestoft




Hier in Lowestoft habe ich auch den Engländer David mit seiner Kolumbianischen Frau Monica kennen gelernt. Sie segeln eine Hallberg Rassy 43, auf der sie in Ipswich auch wohnen. Dieses Jahr wollen sie damit nach Norwegen. Leider dürfen sie nur für 3 Monate dort rum cruisen, dann läuft ihre Aufhenthaltsgenehmigung aus.




Monica filmt von ihrem Boot aus wie ich aus der Marina Lowestoft fahre


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